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Risikoabschätzung bei der Geldanlage

Risikoabschätzung bei der Geldanlage

In diesem Beitrag wollen wir der Frage nachgehen, was Risiko bei der Geldanlage bedeutet und wie im Vorfeld die Risikoabschätzung bei der Geldanlage durchgeführt werden kann.

Viele Menschen tragen eine natürliche Scheu in sich, ein Risiko einzugehen und etwas Gefährliches zu wagen.

Betrachten wir Extremsportler, die in luftigen Höhen schroffe Berge hinaufklettern, so neigen wir als sicherheitsorientierte Beobachter dazu, dem gefährlichen Unterfangen subjektiv ein gewisses Risiko beizumessen. Und fragen uns: Was hat der davon, da rauf zu kraxeln?

In diesem Gedankenbeispiel stecken zwei wesentliche Größen: Risiko und Ertrag. Der Extremsportler geht bei seiner Klettertour ein gewisses „Absturz“-Risiko ein und erhält neben der tollen Aussicht auch den Adrenalin-Kick als Ertrag.

Wir wollen nun diesen Gedanken auf die Geldanlage übertragen und fragen neben der Bedeutung von Risiko auch nach dem Zusammenhang zum erwarteten Ertrag.

Was bedeutet Risiko?

Bevor wir eine Risikoabschätzung bei der Geldanlage vornehmen können, müssen wir zunächst einmal klären, was überhaupt Risiko im Zusammenhang mit einer Investition am Kapitalmarkt bedeutet.

Ein Beispiel soll die Grundidee erläutern.

Thomas Fischer beabsichtigt heute, einen Betrag von 10.000 Euro in Aktien zu investieren. Er möchte auf Jahressicht 5% Gewinn erzielen. Nach einem Jahr stellt er fest, dass statt 5% lediglich 2% Gewinn zu verzeichnen sind. Er bilanziert also weniger Gewinn und hat somit sein Ziel verfehlt.

Etwas vereinfacht ausgedrückt: Für Thomas Fischer steckt das Risiko aus heutiger Sicht in der Möglichkeit, dass er sein Ziel – beispielsweise auf Jahressicht – verfehlt.

Nachdem wir gleich geklärt haben, worin das Risiko einer Zielverfehlung überhaupt seinen Ursprung hat, werden wir diese Aussage später weiter formalisieren.

Unsicherheit als Ursache für das Risiko am Kapitalmarkt

Das Risiko, dass Du Dein erwartetes Ziel bei der Geldanlage nicht erreichst, hat seine Ursache in der Unsicherheit über bestimmte Ereignisse. Also dem teilweisen oder gänzlichen Fehlen von Informationen über bestimmte Vorfälle.

Unsicherheiten werden beispielsweise durch folgende Ereignisse ausgelöst:

  • Auftreten von Naturkatastrophen (Hurrikane in der Ölförderregion im Golf von Mexiko) oder technischen Katastrophen (Atomunfall in Fukushima)
  • Ausbruch von Kriegen (Ukraine-Konflikt) oder einsetzende Terrorgewalt (11. September 2001)
  • Änderung politischer Systeme (politischer „Links“- oder „Rechts“-Ruck) oder gesetzliche Änderungen (Änderung der Kapitalertragssteuergesetze)
  • Vorgaben von Prüfungsinstituten (Belastung von Finanzwertpapieren durch Gewinneinbußen aufgrund kostentreibender, steigender Regulatorik im Finanzsektor)
  • Kehrtwende in der Geschäftspolitik (Aufspaltung, Ausgliederung oder Fusion von Unternehmen)
  • Konjunkturzyklen (sinkende Kaufkraft kann zu einer sinkenden Nachfrage und damit zur Abkühlung der Konjunktur führen)
  • Künstlich herbeigeführte Verknappung von Rohstoffen (Chinas Ausnutzung der Monopolstellung durch Exportquoten bei Metallen der Seltenen Erden)
  • Technische Entwicklungen (zunehmende Digitalisierung)

Aus diesen Ereignissen können Unsicherheiten darüber entstehen, wie die Teilnehmer an den Kapitalmärkten deren weitere Entwicklung und Einfluss einschätzen.

Ganz konkret fehlen dem Kapitalanleger Hinweise und Informationen darüber, ob und wie die von den Ereignissen betroffenen Wertpapiere reagieren.

Risiko als Abweichung vom Ziel

Würde Thomas Fischer wie bei einem Spiel öfter von vorne beginnen können und bei gleicher Gewinnerwartung von 5% als Ziel jeweils 10.000 Euro in Aktien investieren, so könnte er jedes Mal nach einem Jahr den tatsächlich erzielten Gewinn notieren.

Er würde dann feststellen, dass „von Spiel zu Spiel“ sein tatsächlicher Gewinn um das Ziel von 5% streut.

Es könnten zum Beispiel auch Verluste oder deutliche Gewinne auftreten.

Die Bandbreite des tatsächlichen Gewinns könnte sich von minus 5% bis plus 15% erstrecken, wobei er eine Häufung bei seiner Zielvorstellung um plus 5% beobachten würde.

Die Häufung um den Gewinn von 5% signalisiert für ihn die Ertragserwartung der Aktieninvestition.

Zusätzlich kann Thomas Fischer die Bandbreite von \pm 10% um diese Ertragserwartung als ein einfaches Maß für das Risiko nutzen, das mit der Investition in Aktien verbunden ist.

Er würde also notieren, dass mit der Investition in Aktien ein durchschnittlicher Ertrag von 5% bei einem Risiko von \pm 10% verbunden ist.

Steigendes Risiko bietet steigende Erträge

Werden die verschiedenen Anlagesegmente hinsichtlich ihres möglichen Ertrages aufsteigend sortiert, so ist zu beobachten, dass mit steigendem Ertrag auch ein steigendes Risiko verbunden ist.

Die nachfolgende Grafik zeigt eine bereits sortierte Auswahl an Anlagesegmenten.

Risikoabschätzung bei der Geldanlage

Wenn Du also bereit bist, ein höheres Risiko – eine größere Bandbreite der möglichen Gewinne – zu akzeptieren, dann kannst Du dafür einen höheren Ertrag – quasi als Entschädigung – erwarten.

Über diesen Mechanismus hängen Risiko und Ertrag einer Geldanlage am Kapitalmarkt zusammen.

Wie kannst Du die Risikoabschätzung bei der Geldanlage durchführen?

In dem Artikel Wie Du das große Ganze der Weltwirtschaft im Blick behältst hatten wir Dir eine Newsplattform nahegelegt, die Du für Dich aufbauen kannst. Diese Newsplattform kannst Du nun nutzen, um die Risikoabschätzung bei der Geldanlage durchzuführen.

Wenn Du Dir einige Anlagesegmente ausgewählt hast, in die Du investieren möchtest, dann fokussiere Deine Informationsaufnahme auf diese Segmente.

Beobachte mögliche Quellen von Unsicherheiten und versuche abzuschätzen, ob und wie sich diese Unsicherheiten auf Deine Anlagesegmente auswirken.

Ein Beispiel einer solchen Marktbeobachtung und Abschätzung findest Du hier:

Prüfe Deine Einschätzungen anhand von Berichten und Analysen von Börsenprofis, die Du auf Deiner Newsplattform findest.

Als Ergebnis Deiner Vorüberlegungen stehen am Ende eine Liste der Risikoabschätzung bei der Geldanlage in Deinen Segmenten und der mögliche Ertrag, den Du mit der Geldanlage erwartest.

Thomas Fischer hat diese Überlegungen für seine Anlagesegemente durchgeführt.

Er beabsichtigt eine baldige Investition in verschiedenen Segmenten und fand zu diesen Segmenten auf seiner Newsplattform Informationen, die ihn zu folgender Ertragserwartung und Risikoabschätzung führten:

Was kannst Du mit Deinem Geld machen

Warum ist die Risikoabschätzung bei der Geldanlage wichtig?

Wenn Du die Risikoabschätzung für die einzelnen, von Dir ausgewählten Anlagesegmente vorher durchführst, erkennst Du bereits in einem frühen Stadium, ob ein Anlagesegment überhaupt in Frage kommt.

Deine Beobachtung kann z. B. sein, dass ein bestimmtes Anlagesegment bei viel zu hohem Risiko dauerhaft lediglich einen mickrigen Ertrag oder gar einen Verlust erwarten lässt. Und Du entscheidest Dich gegen eine Investition in dieses Anlagesegment.

Daneben ist es doch auch sicher interessant, vorher zu wissen, wie der Ertrag und das Risiko Deines späteren Portfolios aussehen.

Damit Du vorher abschätzen kannst, wie das Ertrags-Risiko-Profil Deiner Gesamtinvestition als Zusammenfassung der verschiedenen Anlagesegmente ist, benötigst Du die Ertragserwartungen und Risikoeinschätzungen der einzelnen Anlagesegmente.

In einem weiteren Artikel zeigen wir Dir, wie Du für Dein Portfolio das Ertrags-Risiko-Profil aus den einzelnen Erträgen und Risikowerten berechnen kannst.

Bevor wir diese Berechnung für Dein Portfolio durchführen können, benötigen wir zunächst eine Vorstellung von dem wichtigen Begriff der Korrelation zwischen zwei Anlageformen.

Diesen Begriff wollen wir Dir im nächsten Beitrag erläutern.

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